Im klassischen Verständnis gibt es drei Leitungsstile (die gleichermaßen auch als Erziehungsstile bezeichnet werden). Diese Begrifflichkeiten für Leitungsstile wurden von Kurt Lewin geprägt (1968). Man unterscheidet danach
- den autoritären Leitungsstil
- den sozial-integrativen Leitungsstil
- den Laissez-faire-Stil (aus dem französischen: machen (lassen))
Die Stile beschreiben, wie viel Einfluss die Gruppenleitung auf die inhaltliche Arbeit, aber auch auf Ziele und Regeln der Zusammenarbeit ausübt.
Diese Kategorisierung der Leitungsstile ist allerdings auch ziemlich geprägt von den 60er und 70er Jahren – die Autoritären sind die „Bösen“ und Laisser-faire ist zumindest teilweise positiv. Der sozial-integrative (wird auch "demokratisch" bzw. "partnerschaftlich" genannt) Stil ist demnach das Beste.
Im Laufe der Zeit hat sich jedoch gezeigt, dass im Umgang mit Gruppen verschiedene Stile je nach Situation eingesetzt werden müssen und Purismus (z.B. nur Laisser-faire ...) meistens nicht zur Gruppenentwicklung beiträgt.
Im Sinne des situationsgemäßen Einsatz von Leitung spricht man von mehr oder weniger direktiver Leitung. D.h., dass die Leitung ihren Einfluss auf die Gruppe der Situation und der Gruppenphase anpasst. Mit Hinblick auf die Gruppenphasen (mehr dazu unter Gruppenphasen) hat sich gezeigt, dass bei einer typischen Gruppenentwicklung am Anfang und Ende des Zeit in der Gruppe mehr direktives Verhalten der Leitung gefragt ist, während in der Vertrauens-/Arbeitsphase und danach die Gruppe mehr oder weniger selbständig die Kontrolle übernehmen kann.
Das kannst Du z.B. auch schon bei einer normalen Gruppenstunde sehen:
Am Anfang, bis alle endlich mitbekommen haben, was los ist, herrscht Chaos, und Du musst dafür sorgen, dass Du die Idee für die Stunde richtig rüberbringst. Wenn dann die meisten auf das Thema eingestiegen sind, erklären sich die Gruppenmitglieder gegenseitig, wie was geht, oder haben noch eigene Ideen. Die brauchen Dich dann nur noch für "Notfälle", und fühlen sich vielleicht sogar gestört, wenn Du Dich zu sehr einmischst. Allerdings, wenn es dann zum Ende der Gruppenstunde kommt, und ihr müsst Aufräumen oder einfach auch nur aufhören, dann musst Du wieder stärker durchgreifen.
Ein gut vorbereiteter Anfang lohnt sich!
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